01 - Superheros in Reykjavik
Aber der Reihe nach! Der Flug von Portland nach Reykjavik war super. Ich hatte ein kleines Vermögen in weitere drei Zentimeter Luft vor meinen Knien investiert und bekam noch einen halben Sitz links neben mir dazu. Da ich nie richtig schlafen kann im Flugzeug war schon abzusehen dass das ein sehr langer Tag wird. Geplante Ankunft in Reykjavik war ja Samstag früh um 6:30. Die 7h Flug vergingen dann aber doch recht schnell da ich im Entertainment System die Serie „Alaska Daily“ mit Hillary Swank fand. Ich glaub ich hab 4 oder 5 teile geschaut.
In Island angekommen machen Christian und ich gleich erstmal das was Ralf immer am liebsten macht auf einem Wander-Urlaub: Geld for überteuertes Essen ausgeben. Island ist ein super Ort dafür und der Flughafen ist auf jeden Fall perfekt um schnell arm zu werden. Aber erstmal müssen wir unsere Rucksäcke finden! Der kleine Flughafen wird fast erdrückt von so vielen Leuten im Sommer und die meisten scheinen sich um die Gepäckbänder zu versammeln. Wir warten eine ganze Weile vergeblich und während man so hilflos rum steht schaut man halt mal in alle Richtungen obwohl es außer den Gewinnen an Menschen nicht viel zu sehen gibt. Wir wundern uns noch kurz warum in einer Ecke einige Taschen und loser Kram so lieblos vor einem Dunkeln Loch in der Wand etwaig der Mitte der Halle rum liegen und machen noch Scherze darüber weil da wohl jemand seinen Müll entsorgt hat. Unser Gepäckband spuckt nur widerwillig weitere Koffer aus, auch weil ein Koffer sich verklemmt hat und den Nachschub behindert. Ein asiatisch aussehender Opa steht in der Nähe und nimmt sich ein Herz und befreit den Koffer aus seiner beklemmenden Lage und genau in dem Moment geht ein Alarm Signal an. Der Opa springt rückwärts als hätte er einen Elektroschock bekommen und schaut erschrocken nach links und rechts, ob ihn auch niemand hat an den Gepäckband herum hantieren hat sehen. Wir freuen uns über die gebotene Unterhaltung würden jetzt aber doch gerne unsere Rucksäcke haben ohne die so eine Wanderung in der Wildnis auf jeden Fall komplizierter wäre. Wir schauen zufällig wieder zu dem dunklen Loch in der Wand und sehen dass der Müllberg sich vergrößert hat und unsere Rucksäcke mit drin liegen. Weit entdecken später auch noch ein Schild mit dem Hinweis dass das Loch der sperrgepäck-Auswurf ist! Mit genug Druck auf den Schultern schleppen wir uns nun Richtung Ausgang wo sich zum Glück eine Art Bäckerei mit Sitzbereich befindet.
Hier verbringen wir die Zeit bis zur Ankunft unseres Reiseleiters damit super günstige Nahrungsmittel und Heißgetränke in unserer Inneres zu schütten. Wenn man mit Apple Pay bezahlt sieht man ja nicht mehr wie das Geld physisch weniger wird und so macht es noch mehr Spaß Schoko Croissant zu kaufen, die so viel kosten wie ein Wochenendeinkauf bei Costco. Wenn Frank T. Flug Verspätung gehabt hätte, wäre unsere Urlaubsbudget für dieses und das nächste Jahr drauf gegangen. Aber zum Glück hat er uns rechtzeitig nach seiner Ankunft gefunden und so machen wir die nächste Zahlung gemeinsam am Fahrkarten Automaten für den Bus zur Stadt, bzw dem Bus Terminal.
Man merkt dass Frank T. Noch nicht im gleichen Ausgabe-Rythnus ist, denn er wundert sich noch warum ich, während er noch überlegt, ob er am Automaten den richtigen Bus gewählt hat, schon mal mein Handy dran halte und bezahle. Natürlich kann ich mich nicht daran erinnern wieviel es war. Vermutlich noch mehr als ein Schoko Croissant?! Gleich vor dem Ausgang stehen auch schon jede Menge Busse , welche die Touristen Richtung Stadt und an die nächsten Geld-Auspress-Punkte fahren wollen. Die Fahrt dauert echt fast eine Stunde.
An dem Bus Terminal soll es auch Schließfächer geben, die zumindest Christian und ich ja brauchen um unser Nicht-Wander-Gepäck loszuwerden. Tatsächlich gibt es auch ein paar weniger Schließfächer dort, vielleicht 30 von den fast alle schon voll sind. Jetzt macht sich leichte Panik breit. Ich habe ja nur einen kleinen Koffer, den der neue in der wandergruppe - Frank B - ja sicher noch durch das Gebirge tragen kann, aber Christian’s zwei große Koffer werden sicher etwas viel für den Anfänger. Dann finden wir doch ein Schließfach und sehen uns und Frank B schon gerettet! Als wir aber das Kleingedruckte lesen erkennen wir, das diese Schließfächer für maximal 4 Tage zur Verfügung stehen. Wir brauchen aber mindestens 6 Tage. Das Kopfkino zeigt uns wieder das Loch am Flughafen mit dem sperrgepäck und wie der Inhalt der Schließfächer in einer ähnlichen Müllhalde nach drei Tagen entsorgt wird. Jetzt haben wir natürlich ein Problem. Bzw. Frank B, denn es war ausgemacht dass der neue Mann im Team das Gepäck tragen muss.
Weiter suchen im Internet und an einer Hinweis Tafel an der wand und erfahren dass es in irgendeinem Parkhaus im Stadtzentrum noch Schließfächer geben soll, die ihren Inhalt erst nach 9 Tagen in irgendwelche dunklen Löcher entsorgen. Also laufen wir los. Google Maps weißt und den Weg. Es dauert vielleicht 15-20 Minuten bis wir am Parkhaus ankommen. Die Schließfächer muss man schon etwas suchen, aber da andere Leute auch nur ihren Koffern im Parkhaus suchen erkennt man die grobe Richtung.
Die Schließfächer im ersten Untergeschoss sind gut besucht und keine großen Fächer mehr frei. Eine Etage tiefer haben wir Glück, es sind noch zwei große Fächer frei und wir fangen an den Inhalt unserer Koffer mit dem Inhalt des Rucksacks zu auszutauschen. Im dreckigen halbdunkle eines Parkhauses geht dabei natürlich einiges schief. Ich vergesse mein kleines Handtuch in den Rucksack zu stopfen und habe dafür viel zu viele Adapter und Kabel im Rucksack die ich bin die nächsten Tage durch die Landschaft spazieren führe. Christian vergisst glaub ich seine Zeltunterlage, was schon bissl blöd ist, wie wir später merken. Wir sind im Moment Immernoch zu dritt, denn der Neue in der Gruppe (auch ein ehemaliger AIS Kollege) lebt zur Zeit in Amsterdam und hat einen recht später Flug und kommt erst abends an. Er heißt natürlich auch Frank und damit sind wir diesmal: Frank, Frank, Frank und Christian.
Jedenfalls sind wir erstmal erleichtert das große Gepäck losgeworden zu sein und machen uns aus dem Weg zum Hotel. Das sind nochmal 20 Minuten durch den belebten Teil von Reykjavik. Das Hotel ist kein Hotel sondern nur ein Apartmentkomplex.
Wir brauchen eine Weile hineinzukommen. Frank T muss erstmal beim Vermieter anrufen und die richtigen Codes erfragen, die in der Buchungsbestätigung aufgefuehrten funktionieren erstmal nicht. Das Zimmer ist nicht groß, mit zwei kleinen Betten und einen Klappsofa. Auf jeden Fall ist da kuscheln angesagt.
Wir machen uns kurz frisch und wollen uns bis zur Ankunft von Frank B. Reykjavik ansehen. Wir schlendern zurück Richtung des Zentrums und dann Richtung der abgefahrenen Kirche. Auf dem Weg dahin entdecken wir eher zufällig eine kleine Backstube mit den echt leckersten Zimtrollen die ich je gegessen habe. Die sind noch warm und schmecken so gut, dass wir hier auf jeden Fall nochmal vorbei kommen wollen. Der Laden ist echt zu empfehlen für jeden der mal nach Reykjavik kommt.
Ganz in der Nähe, genau in Richtung Kirche, muss irgend Ringe Party steigen, denn wir hören Musik und sehen jede Menge Leute in diese Richtung laufen. Vermutlich wird unsere Ankunft in Reykjavik gefeiert, und so müssen wir natürlich hin. Tatsächlich ist der Tag unserer Ankunft hier der Tag der Reykjavik Pride Parade! Jede Menge schrille Typen und Farben sind garantiert.
Leider haben wir unsere super Hero Kostüme nicht mit, sonst hätten wir uns, wie sonst auch üblich, unter dem Jubel der Massen durch die Straße fahren lassen. Wir schauen auch kurz in das Innere der Kirche und uns draußen die bunten Wagen mit den noch bunteren gestalten an.
Es sind auch extrem viele Teenager hier, vor und auf den Wagen. Gegen Mittag zieht der Zug los Richtung Stadtmitte, während wir die Massen etwas umgehen und erstmal die Skulpturen am Meer und das Hafengebiet erkunden.
Hmmm...hier wird mit Harpunen gejagt!
Zum Mittag finden wir eine kleine Bude welche fish and chips verkauft. Nicht billig aber sehr lecker.
Wir bestellen drei verschiedene Sorten Fisch - alles echt super lecker.
Das Wichtigste scheinen wir gesehen zu haben. Von Hafen aus kann man eine künstliche, kleine, mit Grass bewachsene Kuppe sehen, auf der scheinbar Leute sind. Da wollen wir auch hin, auch wenn wir noch nicht genau wissen wie. Dabei sind uns die ganze Zeit schon dieser kleinen, türkis-farbenen Elektro Roller aufgefallen. Die scheinen hier extrem beliebt zu sein, es gibt auf jeden Fall sehr viele davon.
Wir deutschen Ingeneure begreifen natuerlich sofort wie das Ding gestartet wird!
Wir installieren uns die Hopp App und zuerst findet Christian einen Roller und macht gleich ein paar coole moves. Nicht viel weiter finden wir den nächsten Roller und schließlich haben wir alle drei einen coolen fahrbaren Untersatz und sausen zur anderen Seite des Hafens zu dem runden, grünen Grashuegel.
Die Dinger machen echt Spaß.
Im Inneren der Huette auf dem Huegel sind noch Fish & Chips versteckt.
Wir fahren noch etwas durch die Gegend und landen bei einem kleinen See wo Leute in der Sonne sitzen und Bier trinken. Es dauert keine zwei Minuten und wir sitzen mit einem Becher Bier in der Hand mitten drin und genießen die abendliche Sonne.
Ich glaub das Bier kostet knapp über 10 Euro.
Im Anschluss laufen wir zurück zum Apartment und kaufen noch ein paar Sachen für morgen im netto. Die Lebensmittel Läden scheinen alle netto heissen zu müssen und ähnlich wie in Deutschland gibt es noch Mutationen wie den Hundenetto, hier aber ein Schweine-netto und einen blauen netto usw. Wir versorgen uns also mit Wasserflaschen und Schokolade und sind noch nicht lange zurück im Apartment als Frank B eintrifft. Christian hacked den Projektor im Apartment und so können wir noch etwas Frauen Fußball schauen, es läuft ja gerade die WM in Australien.
Während dessen gegen die beiden anderen Franks Abendrot essen. Morgen müssen wir früh raus und wir haben uns schon vorgenommen wieder ein paar Elektroroller zu mieten um nicht bis zum Bus Terminal laufen zu müssen. Der heutige Tag war schon mal eine gute Erwärmung: 20.6km heute gelaufen.










































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