04 - Der Tag an dem die Huette eine Bruecke war

 



Gestern Abend hatte ich es doch echt geschafft das von Christian geborgte Duschbad in der Dusche stehen zu lassen. Also war ich nochmal zurueck gegangen, musste aber leider feststellen dass meine Duschkabine wieder besetzt war. Auch bildete sich gerade wieder eine neue Dusch-Warteschlange welche zunaechst aus einen Paerchen und mir bestand. Um nicht noch unhoeflicher als ueblich zu sein, wollte ich den beiden klar machen, dass ich mich nur vordraengeln will, um in der mittleren Duschkabine nach Christians Duschbad zu suchen. Da die beiden franzoesisch miteinander sprachen, versuchte ich es also auf Englisch, da mein Franzoesich echt erbaermlich ist. Da nun auch Frank B. sich anstellte und wir kurz Deutsch redetenen, sprach uns das Maedel auf deutsch an und nun hatte ich die Gelegenheit mein Duschbad-Drama auf deutsch zu erlaeutern. Dafuer das es das Vorurteil gibt, das Franzosen nur franzoesisch sprechen war zumindest ihr Deutsch ausgezeichnet und seines nicht schlecht. Jedenfalls erzaehlten sie, dass die beide mal eine Zeit im Berlin gelebt haben. Da das nun schon die zweiten Franzosen waren, die wir auf der Wanderung trafen, musste ich die Gelegenheit nutzen wieder zu erraten woher sie eigentlich stammten und tippte einfach wieder mal auf Paris. Treffer! Also auch dieses Paar war aus Paris. Sie meinte noch es waere immer gut auf Paris zu tippen, denn jeder fuenfte Franzose kommt aus Paris. 
Am Morgen qutaschen wir wieder mit dem Deutsch-Schwedischen Paerchen und bekommen noch ein paar Tipps fuer den heutigen Tagesmarsch.


Es kann losgehen. Heute sollte es etwas gemuetlicher werden, dafuer ist die Distanz bis zur naechsten Huette etwas laenger.


Die Wolken scheinen erst einmal an den Bergen fest zu haengen. Wir laufen locker und leicht los, um aber schon gleich wieder ausgebremst zu werden.



Die erste Flussuberquerung steht an. Wir schauen uns zunaechst die Stellen an, wo gerade andere Wanderer durch das kalte Wasser waaten.  









Wir schaffen es alle sicher auf die andere Seite. Zwei Maedels - ohne Stoecke und scheinbar ohne Wasserschuhe suchen eine zeitlang eine geeignet Stelle und kehren dann um. So extrem tief war es eigentlich nicht, die Stroemung aber schon kraeftig.Es kostet aber schon immer ziemlich viel Zeit auf die Wasserschuhe umzusteigen, alles zu verpacken so dass es nicht nass wird, falls man doch stolpert und auf der anderen Seite alles wieder zurueck zu bauen.





Blick zurueck

Der Weg ist im vergleich zu den letzten beiden Tagen schon fast zu gut.



Die Wolken kommen immer naeher








Mittagspause 




Heute ist deutlich mehr los auf dem Wanderweg als gestern






Christian sieht voll frisch aus


Frank B ueberlegt ob er doch ein Seil eingesteckt hat

Frank T heckt irgend etwas aus

im Westen scheint noch die Sonne

Blick zurueck














Finde Christian!

Auf dem Kamm auf der anderen Seite sehen wir einige Leute. Irgendwie muss man da also hinkommen. Von hier aus auf keinen Fall, die Schlucht ist schoen tief. Der Regen hat uns mittlerweile eingeholt. Allerdings nur leichter Regen bis jetzt.





Der Weg zieht sich heute hin, dabei zeigt das GPS an, dass irgendwo dort vor uns die naechste Huette ist. Wir sind schon recht nah, koennen sie aber nicht sehen. Vermutlich ist sie naeher am Wasser, in einem der Canyons vor uns.



Wir sind froh es bald geschafft zu haben, nur noch eine Kurve und ueber den letzten Huegel, dann muesste die Huette zu sehen sein.



Leider ist keine Huette zu sehen. Irgendwas stimmt nicht. Laut GPS muessten wir jetzt da sein.

Die schlimmer Wahrheit ist: der Wegpunkt auf der Karte war dieses mal nicht die Huette, sondern eine Bruecke! 




Wir muessen also doch noch weiter, etwa drei Kilometer sind es noch.

allerdings muessen wir nochmal ordentlich wieder hinauf





Mittlerweile hat uns auch eine Wanderin wieder eingeholt, die wir zur Mittagspause schon kurz gesprochen hatten. "Floh", eine junge Erzieherin aus Karlsruhe. Wir wundern uns etwas ueber ihre Schuhe, es sind keine Wanderstiefel. Wir fragen ob sie noch richtige Stiefel dabei hat, aber sie sagt nein. Das waeren Erdschuhe, damit kann man die Natur scheinbar besser spueren. Etwas gefaerhlich scheint uns dass dann doch, ihre Schuhen haben fast gar kein Profil.




Wir ueberholen Floh wieder und erreichen dann doch irgendwann die naechste Huette. Wir sind erstmal etwas schockiert, wir sind zwar spaet dran, aber das es so voll wird haetten wir nicht gedacht. Es gibt praktisch keinen Platz mehr, erst recht nicht fuer vier Zelte. Wir fragen ob es noch platz in den Huetten gibt. Es gebe wohl noch ein paar einzelne Plaetze, aber nichts fuer uns vier zusammen. Als wir fragen wo es denn ueberhaupt noch Platz fuer Zelte gebe, da meint der Huettenwaechter nur es gebe hier doch ueberall Platz und wir sollten es weiter unten im Tal versuchen.

Wir haben eigentlich keine Bock mehr wieder runter zu laufen und versuchen es zunaechst leicht unterhalb der letzten Huette. Da sind aber die Entlueftungsschaechte der Plumpsklos. Jetzt ist uns klar, warum da noch etwas Platz ist: der Gestank ist nicht auszuhalten.

Mittlerweile ist auch Floh wieder da und schnappt sich eine Platz in der Mitte dieses kleinen Schlotkraters, wo auch wir dann unsere Zelte aufbauen. Wieder gerade rechtzeitig, bevor es mit dem Regen anfaengt, stehen unsere Zelte so halbwegs gerade und wir haben unser Suppe angeruehert.


Obwohl die Wolken immer dichter werden raffen Frank T, Christian und ich uns nochmal auf, um der Empfehlung Gregors (der Gletscherexperte mit der Schwedischen Freundin) nachzukommen und doch unbedingt die kleine Rundwanderung in der Naehe des Camps zu machen. Frank B. verzichtet, dafuer will Floh mit kommen.

Wir laufen also ohne Rucksaecke nochmal den Hang hinauf. Der Weg fuehrt uns zurueck Richtung des Canyon, welchen wir heute Nachmittag schon einmal von der anderen Seite sehen konnten. Es ist toll hier draussen, jetzt sind wir selbst die Punkte am Kamm oberhalb des Canyons. 














Wir sind vorsichtig, aber das ist voellig unnoetig wie uns einige Schafe auf der anderen Seite des Tals beweisen. Die klettern gerade in eine Hoehle, etwa auf 2/3 Hoehe des Tals. Wir fragen uns wieviele Schafe schon unten im Tal liegen.









Es wird leider immer dunkler, es ist kaum noch moeglich Bilder zu machen. Obwohl es unglaublich schoen ist, laufen wir zurueck zu den Zelten. Der kleine Extra-Ausflug hat sich gelohnt.


Nach drei Tagen haben wir jetzt 50km, geschafft etwa 18 km davon heute. Leider wird das Wetter schlechter. Wir hoffen morgen muessen wir nicht im Regen das Zelt abbauen.
























 












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