03 (Episode 1) - Das Loch



Die erste Nacht im Zelt war eigentlich ok. Ich hatte das erste Mal auf meiner neuen, und etwas dickeren Iso-Matte geschlafen -  auch wenn sie etwas schwerer und groesser war als die letzte - das war eine gute Anschaffung! Die anderen erzaehlten am Morgen, dass es in der Nacht mal richtig heftig geregnet hat. Ich hab davon nichts mitbekommen. Ich glaube ich war kurz nach 5 Uhr wach. Gegen 5:30 krieche ich aus dem warmen Schlafsack und aus dem Zelt hinaus. Es ist richtig kalt. Man kann seinen Atem sehen. Die Zelte sind feucht, aber nicht klitsch nass. Im Gegensatz zu unserer Ankunft gestern abend hier, sieht man ein paar Stuecken vom Himmel und auch Teile der Gletscher im Osten (Eyjafjallajoekull) und Westen (Myrdallsjoekull). Ich dachte ich bin der Erste heute morgen, aber in der Ferne sehe ich Christian.

Baldvinsskali Hut (900m), 13. August, 5:35 Uhr

Die Sonne scheint gerade aufzugehen. Ich hoffe das wir genug von ihr zu sehen bekommen und dass wir die Zelte etwas trocken bekommen. Christian und ich machen die ersten Fotos, obwohl es eigentlich noch etwas zu dunkel ist.

Blick nach Osten


Blick nach Westen zum Eyjafjallajoekull

Die anderen Franks sind jetzt auch wach. Frank B. beschwert sich, das gestern abend jemand endlos seine Reisverschluesse auf und zu gemacht hat - haha - ich weiss nicht wovon er redet! 

Es ist echt frisch! Erstmal Fruehstueck machen. Das heisst das mitgeschleppte, schlammige Gletscherwasser wird warm gemacht und in die Tueten gekippt. Es bleibt eine Prise Lavasand im Kochtopf uebrig. Kein Wunder das alle nochmal die Klobuerste besuchen wollen.

Frank und Frank beim Fruehstueck. So gut gelaunt koennen nur die wahre Helden der Berge aufstehen

Christian sucht das Meer.

Wir haben Glueck, die Sonne kommt raus! Schnell die Zelte trocknen.

Knapp eine Stunde nach dem Aufstehen sind wir mit dem Essen und packen soweit fertig. Die Sonne scheint sich erst einmal zu halten, aber trotzdem gibt es jetzt den ersten Schreckmoment: 

der Hund der polnischen Huettenfrau kommt angelaufen und schnueffelt an unseren Sachen um dann das Bein zu heben. Der arme Kerl hatte gestern vermutlich zu viel Bier getrunken, war wahrscheinlich die ganze Nacht eingespeert und pinkelt dann bestimmt 15 Minuten lang - zum Glueck nicht auf Frank T's Rucksack.

Der Huettenhund

Wir machen uns besser zum Abmarsch bereit, den nun taucht auch die Huettenfrau auf und sie sieht auch aus als kaeme sie zum pinkeln hier her. Wir sind erleichtert, dass sie dann doch nur nach ihrem Hund fragt der inzwischen schin Richtung unserer Wanderroute abgehauen ist.

Gegen etwa 7:30 Uhr geht es los. Heute liegen etwa 18 km vor uns, dafuer soll es aber nicht mehr so hoch hinauf gehen.

Gleich hinter der Huette teilt sich der Weg. Einmal scheinbar weiter westlich hinauf zu einer zweiten Huette in der Naehe und weiter rechts im Bild sieht man die gelben Stangen die jetzt unseren Weg ueber die Gletcherzunge hinauf zum Kamm erahnen lassen.




Frank T ist noch gut gelaunt. Wir laufen voll motiviert los um dann doch gleich wieder ausgebremst zu werden. Das Tal markiert das untere Ende des Gletschers und der Weg fuehrt nun ueber das Gemisch aus Asche, Schlamm und Eis.


Blick zurueck zur Huette

Die Freude das erste Tal ueberstanden zu haben dauert nur kurz an, denn das zweite liegt noch vor uns und sieht noch schlimmer aus

Die schwarzem Huegel sind Asche auf dem Eis und ziemlich unangenehm zu laufen.




Es zeigt sich wieder mal wie gut es ist Wanderstoecke dabei zu haben

Gleich am Anfang gibt es eine Stelle wo man kaum zwei Fuesse nebeneinander stellen kann. Rechts und links geht es in ein tiefes, dunkles Loch hinab. Bestimmt direkt zum Mittelpunkt der Erde oder noch tiefer!

Diese Gletscherspalten wollen wir heute lieber nicht aus der Naehe untersuchen. Wir fragen uns wieder mal warum Frank B. eigentlich sein Seil nicht eingepackt hat! 

Wir kaempfen uns langsam hinunter.



Christian macht den Scout



Geschafft! Zumindest sind wir erstmal heil runter gekommen.

finde Christian!



Blick zurueck. Uns ist nicht mehr kalt. Man kann immernoch die Hutte sehen und wir haben jetzt schon eine Stunde gebraucht hier rueber zu kommen.

man fragt sich wie das hier in ein paar Wochen aussieht, wenn der erste Schnell wieder faellt.






Noch einmal der Blick zurueck. Wir haben fast den Kamm erreicht und hoffen dass es dahinter nicht so krass weiter geht





das sieht jetzt eher nach Autbahn aus. Hier sollten wir gut voran kommen. Bis jetzt sind wir noch niemanden begegnet.

Der Tag heute faengt auf jeden Fall spannend an und die Sonne scheint immernoch. Wieder versperrt uns der naechste Berg den Blick.

 
Frank B. hat die Nase noch nicht voll von seinem ersten Abenteuer mit uns

Zunaechst muessen wir uns wieder ueber ein Lavafeld kaempfen, auf welchem der Weg nur schlecht zu sehen ist. Wir koennen aber den Wanderweg auf der anderen Seite sehen und halten so in etwa die grobe Richtung. 


Der Weg durch das Geroell



Es gibt wieder jede Menge Loecher und scharfes Geroell. Auf der anderen Seite sieht man einen einzelnen Wanderer der genauso ratlos auf das Geroellfeld start.







Blick auf den Gletscher. Fortsetzung folgt...


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