03 (Episode II) Das Seil

 

Das Wetter wurde immer besser! Irgendwie war nicht unbedingt damit zu rechnen, so wie sich das gestern abend zugezogen hatte. Aber der Tag heute wurde immer besser. Ueberhaupt muss man sagen, dass es eine gute Idee unseres Reisefuehrers Frank T. war, den Laugavegur Wanderweg, der eigentlich nur etwa vier Tagesmaersche lang ist, bis noch Skogar zu verlaengern. Die zwei zusaetzlichen Tage werden als anspruchsvoller, aber auch landschaftlich schoener beschrieben. Im nachhinein koennen wor das voll bestaetigen. Bis auf die Rutschpartie bei den Gletscherloechern war es aber absolut ok bis hier her. Von der Landschaft hat man aber natuerlich nur etwas, solange das Wetter auch mitspielt. Und das Wetter gibt sein Bestes! Der Blick ist einfach genial: vor uns ein roetlicher Volkankegel, rechts ein tiefes, gruenes Tal und dahinter ein riesiger Gletscher. 


Wir kommen an einem Hinweisschild vorbei. Hier war also die grosse Eruption von 2010, als der Luftverkehr zwischen Amerika und Europa eingestellt werden musste. Wir sammeln ein paar roetliche Lavastuecken als Mitbringsel ein und sorgen also dafuer dass der Rucksack auch ja nicht leichter wird.  Hinter dem Schild ist der Gipfel des roetlichen Kegels. Man sieht einen kleinen, ausgetretenen Weg da hinauf. Also lassen wir unsere Rucksaecke stehen und klettern hinauf. Ohne die 20 Kilo auf den Schultern ist das schnell erledigt. Es ist leider kein richtiges Kraterloch zu sehen, aber dafuer haben wir jetzt einen vollen Rund-Um-Blick. Frank B. goennt sich seine nun allerletzte Zigarette. Nachschub wird er so schnell nicht bekommen, aber er behauptet tapfer dass es kein Problem waere. 




Kaum zu glauben dass hier das Magma 82m hoch geflogen ist. Jetzt ist alles ruhig und es riecht nicht nach Schwefel, hoechstens nach Schweiss und Zigaretten.









Blick auf die Rucksaecke. Wir hoffen vergeblich dass die uns jemand klaut.

Blick zurueck zum Gletscher. Es sieht aus wie in einem Sci-Fi Film der auf einer anderen Welt spielt.


ab jetzt geht es hauptsaechlich wieder bergab.

man kann sich kaum satt sehen. Sowas wie das hier haben wir alle noch nicht gesehen, trotz all der Reisen in den letzten Jahren.

Die Fotopausen haeufen sich.





ueber das Plateau da hinten muessen wir auch. Man sieht jetzt wieder mehr Leute in der Ferne.






















Auf dem Plateau sieht man immer mehr Leute ankommen. Es ist jetzt kurz nach Mittag, da treffen sich die Gruppen die von Sueden losgelaufen sind (wie wir) mit denen die von Norden loslaufen. Gerade als wir an der Stelle ankommen, an der man auf einem schmalen Grat vom Hang zum Plateau klettern muss, kommt auf der anderen Seite eine ziemlich grosse Gruppe Briten an, die sich nun einer nach dem anderen an einem Seil bzw einer Kette herueber hangeln. Das dauert recht lange und so haben wir Zeit zu beobachten wie man es am besten anstellt , bzw. was man vielleicht lieber nicht macht. Das Gelaende sieht eigentlich nicht zu extrem aus, aber vermutlich ist das Geroell locker und das Gefaelle stark genug, dass man nicht mehr bremsen kann, wenn man einmal weggerutscht ist. Eines der wenigen Schilder auf dem Wanderweg erzaehlt auch von einer Familie, die hier abgestuerzt ist, scheinbar alle ums Leben gekommen. Ist aber wohl schon ewig her, also uns ist nicht ganz klar ob es damals schon eine Kette, bzw. Seil gab. Jedenfalls sind hier alle vorsichtig. Gleich der erste Nagel der an der Kette haengt, steckt schon nicht mehr im Boden, wie vielleicht jeder dritte Nagel hier. Vielleicht gibts deshalb noch das Seil dazu? 









Wir haetten ja gern noch auf das Seil von Frank B. zurueckgegriffen, aber aus uns unersichtlichen Gruenden hat er zwar seine Zigaretten eingepackt, das Seil aber wieder ausgepackt! Wir erinnern ihn jetzt fast stuendlich dran dass das ein Anfaengerfehler war. Wir sind uns aber nicht sicher ob er die ganze Tragweite seiner Leichtsinnigkeit schon verstanden hat. Fortsetzung folgt...

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